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Montag, 07 Februar 2011 10:13

Gummibären überzeugen beim Pond Hockey Cup 2011 in Garmisch

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Die Gummibären aus Schwenningen haben beim Pond Hockey Cup auf dem Riessersee einen hervorragenden vierten Platz belegt. Das vom DEB ausgetragene Turnier, das am 5. und 6. Februar stattfand, stand ganz unter dem Motto „back to the roots of Hockey“ und war in ganzer Linie ein großer Erfolg: Für Teilnehmer und Veranstalter. Und am Ende mussten sich die Gummibären nur dem späteren Turniersieger, den Chiefs aus Ohlstadt, nach hartem Kampf im Halbfinale geschlagen geben.

Aber der Reihe nach:

Am frühen Samstagmorgen machte sich das Team aus Schwenningen auf den Weg Richtung Garmisch-Partenkirchen, dem diesjährigen Austragungsort der Alpinen Ski-WM. An diesem Wochenende galt es aber erst einmal die Kufen zu schleifen und zu den Ursprüngen des Eishockeysports zurückzukehren. Viele spätere Stars haben ihre Karriere mit dem Spiel auf einem zugefrorenen See begonnen und Spieler und Zuschauer sollten bei diesem Turnier an eben solche Zeiten erinnert werden.

Pond Hockey wird gespielt auf einer Fläche von 30m x 20m und jede Mannschaft spielt mit vier Feldspielern auf dem Eis. Dabei darf kein Torwart eingesetzt werden, da ein Treffer nur durch den platzierten Schuss in eines der beiden ca. 25cm großen Löcher der „Mini-Tore“ erzielt werden kann. Jede Mannschaft darf zudem zwei Auswechselspieler stellen. Geleitet wird das Spiel von einem außerhalb des Feldes stehenden Spielleiters, der darauf achten sollte, dass überzogener Körperkontakt, Schlagschüsse oder überhöhte Schüsse vermieden werden. Der Spaß am Spiel stand also definitiv im Vordergrund. Da keine Eismaschine eingesetzt werden konnte, musste das Feld nach jeder Partie mit Schaufeln von Schnee befreit werden, was Aufgabe der Spieler war.
Unterteilt wurden die Teams in die drei Gruppen Profis, Amateure und Prominente. So konnten auch einige Kufencracks aus Deutschlands höchsten Spielklassen ihr Können auf dem See beweisen. Unter anderem kam der EHC München und der SC Riessersee zum Einsatz. Bei den Prominenten sollten klangvolle Namen wie Bundestrainer Uwe Krupp oder Erich Kühnhackl die Zuschauer locken.

Die Gummibären gehörten zu den 32 Amateurmannschaften, die sich für das Turnier angemeldet hatten. Gespielt wurde in acht Gruppen a vier Teams, wobei sich nur der jeweils Gruppenerste für die Viertelfinalspiele am Sonntag qualifizierte. Da das Inlinehockey-Team der Gummibären nur wenig Erfahrung auf Eis hatte, war von Beginn klar, dass es nur schwer sein würde, bei den Spielen am Sonntag dabei zu sein, das heißt, sich für das Viertelfinale zu qualifizieren.

Die Mannschaft setzte sich zusammen aus: Captain Raphael Schlenker, Denis Huonker, Christian Feil und Uwe Bisceglia, sowie Coach Fabiano Fieramonte. Da kein Auswechselspieler zur Verfügung stand, war schon zu Beginn klar, dass auch die Kondition eine wichtige Rolle im Turnierverlauf spielen sollte. Und so kam es dann auch!

Spiel 1: Gummibären 6-4 Fighting Bairisch
Das erste Spiel am Samstagmorgen fand unter optimalen Bedingungen und Temperaturen um die Null Grad gegen das Team Fighting Bairisch auf dem Plan. Zu Beginn war den Gummibären eine gewisse Verunsicherung auf dem ungewohnten Untergrund anzumerken und nach zweimaligem Rückstand hieß es zur Pause nach zehn gespielten Minuten 3:3. Im zweiten Spielabschnitt fand man aber immer besser ins Spiel und auch dank physischer Überlegenheit und hartem Kampf konnte man am Ende den ersten Sieg bejubeln: 6:4 hieß der Endstand, wobei Captain Raphael drei Treffer beisteuerte. Beide Teams zeigten eine gute Leistung und boten den Zuschauern eine ansehnliche Partie.  Leider war es das einzige Match an diesem Tag, das unter „normalen“ Bedingungen ablaufen konnte. Die Sonne, die den Zuschauern zwar eine traumhafte Kulisse am Fuße der Zugspitze bot, aber auch für Temperaturen um die 15°C sorgte, ließ die Eisschicht des Riessersees schnell schmelzen.

Spiel 2: Gummibären 4-2 Traffic Stars
Die zweite Partie gegen die Traffic Stars musste also schon auf deutlich weicherem Untergrund stattfinden. Dank einer geschlossenen Mannschaftsleistung wurde das Spiel dennoch mit 4:2 gewonnen. Die Gummibären boten eine starke defensive Leistung und brachten ihren Gegner mit einer teilweisen unansehnlichen, aber erfolgreichen Spielweise zum Verzweifeln. Die Stärken des Einzelnen kristallisierten sich schnell heraus und das Team fügte sich zu einer homogenen Einheit zusammen. Uwe Besciglia war es, der als Mann vor dem Tor immer wieder in letzter Sekunde klären konnte. Denis Huonker hatte immer den Blick für den besser postierten Mitspieler und zeichnete sich durch hervorragendes Passspiel aus. Raphael Schlenker bot ein enormes Laufpensum, war immer anspielbar und war auch kämpferisch eine Klasse für sich. Offensiv war es vor allem Christian Feil, der für Torgefahr sorgte und große Kaltschnäuzigkeit zeigte.

Spiel 3: Gummibären 8-1 Kung Fu Panda
Christian war es auch, der maßgeblichen Anteil daran hatte, dass auch die letzte Partie, in der es um den Einzug ins Viertelfinale ging, gewonnen wurde. Sechs Tore steuerte er beim ungefährdeten 8:1 Sieg der Gummibären bei. Der Untergrund konnte nunmehr kaum als Eisfläche bezeichnet werden, da sich schnell eine ca. 10cm dicke Schneeschichte gebildet hatte und die Temperaturen auf dem Riessersee eher zum Sonnenbaden einluden. Unbeirrt dessen war es wieder eine taktische Meisterleistung, die zum Sieg führte, was auch der Gegner neidlos anerkannte.

So war der erste Turniertag für die Gummibären ein voller Erfolg und man konnte hochzufrieden zurück ins „Hotel“ (Bundeswehr-Kaserne in Oberammgau) fahren, um neue Kräfte zu sammeln. Schon jetzt hatte man das vorgegebene Ziel erreicht und alles was folgen sollte, war Zusatz!

1/4 Finale: Gummibären 4-0 Four Buddies
Und damit, was am nächsten Tag folgen sollte, hatte wohl kaum jemand gerechnet! Die 4 Buddies aus München, denen man eine langjährige Ausbildung als Eishockeyspieler anmerkte, wurden mit 4:0 besiegt und dieser Sieg ging auch in seiner Höhe voll in Ordnung. Auch die Eisschicht, die am Morgen nun wieder gefroren und hart genug war, ließ tolle Spielzüge und ansehnliche Tore zu. Das Finale war nun zum Greifen nahe und die Aussicht darauf, dass das Spiel live auf „Sport 1“ übertragen wurde, war zusätzliche Motivation.

Halbfinale: Gummibären 3-5 Chiefs Ohlstadt
Dass im Halbfinale kein leichter Gegner warten würde, war natürlich klar. Die Chiefs aus Ohlstadt hatten zuvor jedes Spiel mit Leichtigkeit gewonnen und wurden kaum gefordert. Und was die Gummibären gegen diese „Amateure“ bot, war bemerkenswert. Zur Pause führte man mit 2:1 und nur noch zehn Minuten trennten das Team vom kaum für möglich gehaltenen Erfolg. Wie zuvor angesprochen war es nun die Kondition, die eine entscheidende Rolle spielte. Die Chiefs konnten auf zwei Ersatzspieler zurückgreifen und wechselten geschickt. Die Gummibären waren zusehends stehend K.O. und trotz eines Kraftaktes auf dem tiefen Untergrund konnte die 3:5 Niederlage nicht verhindert werden.

Natürlich war man sehr enttäuscht über den Ausgang dieses Spieles, aber stolz konnte man auf die gezeigte Leistung allemal sein. Besonders die Tatsache, dass die Chiefs im Finale mit 8:0 vor laufenden Kameras ihren Gegner vom Platz fegten, war sehr schade, da der Turniersieg durchaus möglich gewesen wäre. 

Das Spiel um Platz 3 wurde nicht mehr ausgetragen, da die Verhältnisse nun wie am Tag zuvor sehr schlecht waren und man beinahe zusehen konnte, wie das Eis schmolz. Lediglich ein „Penaltyschießen“, das heißt ein Schuss von der Mittellinie auf das leere Tor wurde durchgeführt, bei dem die Gegner erfolgreich waren.
So stand am Ende der vierte Platz von insgesamt 32 Amateurmannschaften zu Buche, was als voller Erfolg gewertet werden kann.

Aber nicht nur die erreichte Platzierung, sondern auch das gesamte Turnier und das Umfeld kann als Erfolg gewertet werden. „Was zählt ist das Spiel“ wurde zu Beginn von den Veranstaltern als Motto ausgegeben und daran hielten sich alle Teams vorbildlich, was auch Werbung für den Eishockeysport bedeutete! Die mediale Präsenz, das tolle Panorama und der Auftritt einiger bekannter Gesichter auf dem Eis, gab dem Turnier einen angemessenen Rahmen und machte ein nahezu perfektes Wochenende für alle Beteiligten möglich. Wir sehen uns wieder! Beim Pond Hockey Cup 2012!

Gelesen 1149 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 20 Februar 2013 11:40